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Dienstag, 16. Juni 2009

Rotenburger Kreiszeitung

Ein „Airlebnis" für BBS-Schüler

RSchon zum vierten Mal reiste die Luftfahrt-Arbeitsgemeinschaft in das sächsische Laucha
Die Mitglieder der BBS-Luftfah-rt-Arbeitsgemeinschaft.
ROTENBURG (r) • Schon zum vierten Mal reisten die Teilnehmer der Luftfahrt-AG der BBS Rotenburg nach Laucha (Unstrut), um praktische Segelflugerfahrungen zu sammeln. In Laucha, etwa 40 Kilometer südwestlich von Leipzig gelegen, waren sie zu Gast im Haus für Luftsportjugend (HdL), einer Einrichtung des Deutschen Aero-Clubs zur Förderung des Luftsports. So stand auch das Erlernen des Segelfliegens in Theorie und Praxis auf einem der ältesten Segelflugplätze Deutschlands im Vordergrund dieser Veranstaltung.

Nach einer Einweisung in die Besonderheiten des Fluggeländes begannen die Flugschüler dann auch sofort am Montag mit der Ausbildung. Nach dem Ausräumen der Flugzeuge stand das allmorgendliche Briefing auf dem Plan. Dies wurde von Stephan Olessak durchgeführt. Beim Briefing werden ein ausführlicher Wetterbericht für den Segelflug bekannt gegeben, die Schulflugzeuge aufgeteilt und weitere Besonderheiten, wie zum Beispiel das richtige Verhalten bei einem Seilriss, besprochen.

Bei dieser Besprechung trafen die Rotenburger dann auch auf die Flugschüler der SFG, der Segelfluggemeinschaft des Gymnasiums in Laucha, mit denen sie die Woche gemeinsam verbrachten. Auch hier wird den Schülern, ähnlich wie in den BBS Rotenburg, die Möglichkeit geboten, das Fliegen während des Schulbesuchszu erlernen.

Für die Luftfahrt-AG standen zwei Segelflug-Doppelsitzer vom Typ ASK 13 und Twin-Astir zur Flugschulung bereit. Cord Hoops und Jean Sprathoff, beide Lehrer der BBS, teilten dann die Gruppen für die Flugzeuge ein. Für die fliegerische Ausbildung standen Thomas Bath und Christian von Fintel zur Verfügung.

Insbesondere Christian von Fintel war der Gruppe schon bekannt, da er als Segelfluglehrer des Vereins für Luftsport das Schnupperfliegen in Rotenburg begleitete. Beide Fluglehrer engagieren sich ehrenamtlich und bilden dort die angehenden Segelflugpiloten aus. Für sie war diese Woche ein harter Job, da sie fast den ganzen Tag im Flugzeug saßen. Denn geflogen wurde so oft und solange man konnte und das Wetter es zuließ. 
Von morgens 9 bis abends 18 Uhr hoben die Schüler im wahrsten Sinne des Wortes ab. Dies zahlte sich auch in der Weise aus, dass die fliegerischen Fähigkeiten der Flugschüler starke Zuwächse erfuhren. Und nur ein starker Wind am letzten Tag verhinderte, dass der Schüler Marco Sachse seinen ersten Alleinflug machen konnte. Obwohl das Wetter durchwachsen war, wurde an allen Tagen ausgiebig geflogen. Nur am Dienstagnachmittag wurde der Flugbetrieb wetterbedingt eingestellt.

Und so nutzten alle die Zeit, um etwas über die kulturelle Geschichte dieses Landstriches, dem so genannten Burgenland, in Erfahrung zu bringen. Die Gruppe entschloss sich, den Fundort der Himmelsscheibe von Nebra zu besuchen, der nur zehn Kilometer vom Flugplatz entfernt ist. Diese Himmelsscheibe diente schon vor 3600 Jahren zur Bestimmung der Sommer und Wintersonnenwende. Mit ihrer Hilfe wurde der Zeitpunkt der Aussaat und der Ernte festgelegt, also noch lange bevor die Ägypter einen Kalender entwickelten. Und da sich die Berufsschüler in dem nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands befanden, besichtigten sie auch die größte Sektkellerei Deutschland. In der Sektkellerei Rotkäppchen erfuhr die Rotenburger Gruppe in einer speziellen Führung alles über die Geschichte und die Herstellung des Sekts.

Als dann am Freitagabend das Segelfliegerlager mit einem gemeinsamen Grillabend beendet wurde, waren sich alle einig: Sie hatten viel gelernt, neue Erfahrungen gesammelt, viel Spaß gehabt und neue Freundschaften geschlossen. Und so reiste man am Samstag wieder nach Rotenburg ab und dem Schulalltag entgegen - jedoch mit vielen neuen Erfahrungen und Erinnerungen.

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aktualisiert am 27.03.2010